Aktuelles  

Aktuelles

 
Startseite Leitstelle Boden- und
Grundwasserschutz
Aktuelles Aktuelles
Arbeitshilfen Arbeitshilfen
Fachinformationssystem Boden- und Grundwasserschutz Fachinformationssystem Boden- und Grundwasserschutz
Downloads und Mailinglisten Downloads und Mailinglisten
Unterstützungsleistungen Unterstützungsleistungen
Fachforum BoGWS Fachforum BoGWS
Aktivitäten des Bundes Aktivitäten des Bundes
Impressum Impressum
Leitstelle Leitstelle
Suche Suche
Niedersachsenlogo

OFD Niedersachsen

 


    Aktuelles     Anerkennung     Pressearchiv

 

Wortlaut einer Veröffentlichung im Forum der Zeitschrift Bodenschutz, Heft 4/1997 :

„Anforderungen an Untersuchungsmethoden zur Erkundung und Bewertung kontaminationsverdächtiger/kontaminierter Flächen und Standorte auf Bundesliegenschaften“

Ziel der Probennahmen im Rahmen der Untersuchung von kontaminationsverdächtigen Flächen ist es, eine repräsentative Beschreibung von Schadstoffgehalten und deren räumlicher Verteilung unter Berücksichtigung nutzungs-, schutzgut- und wirkungspfadbezogener Aspekte zu erhalten. In Abhängigkeit von der Aufgabenstellung und dem Stoffinventar sind neben dem Boden (hier definiert als die erdoberflächennahen Schichten incl. Fremdmaterialien) auch die Medien Wasser und Bodenluft zu untersuchen. Es liegt eine Vielzahl von Schriften zur Beprobung aller drei Medien vor, jedoch nur wenige allgemein anerkannte und verbindliche Normen und Regelwerke. Die Bundesländer haben in Form von Verwaltungsvorschriften (z. B. Baden-Württemberg) oder Merkblättern (z. B. Hamburg) Vorgaben zur Probennahme formuliert, die z. T. stark voneinander abweichende Anforderungen enthalten, so daß eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse auf Bundesebene nicht gewährleistet ist.

Daher wurden als fachliche Grundlage des von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), Berlin, durchgeführten Anerkennungsverfahrens gemäß der Verwaltungsvereinbarung der Oberfinanzdirektion (OFD) Hannover und der BAM „über Anerkennung und Überwachung von Prüflaboratorien im Rahmen von Erkundung und Bewertung kontaminierter Flächen“ (Sept. 1995) die im Titel genannten „Anforderungen ...“ in Abstimmung mit dem „Arbeitskreis Anerkennungsgrundlagen Altlasten“ formuliert. Neben OFD Hannover und BAM sind in diesem Arbeitskreis die am Verfahren beteiligten Akkreditierungsgesellschaften DACH, DAP und DASMIN, die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), das Umweltbundesamtes (UBA), die Landesgewerbeanstalt Bayern (LGA), der TÜV Hannover/Sachsen-Anhalt und der Verband Deutscher Umweltlaboratorien sowie vereidigte Sachverständige und private Prüflaboratorien vertreten.

Die Anforderungen an die Probennahme werden getrennt für die zu untersuchenden Medien Boden, Wasser und Bodenluft beschrieben. Bei der Bodenprobennahme wird unterschieden zwischen dem Aufschlußverfahren (gemeint ist der geologische, nicht der chemische Aufschluß) und der Probenentnahme bzw. Probengewinnung. Da Stoffkonzentrationen üblicherweise bezogen auf die Trockensubstanz des Gesamtbodens angegeben und bewertet werden, wird besonders auf die Problematik der Entnahme repräsentativer Proben aus Böden mit grobkörnigen Anteilen eingegangen. Ein anderer Schwerpunkt der Ausführungen sind die Einschränkungen bei der Probennahme zur Analyse auf leichtflüchtige Schadstoffe.

Bezüglich der Wasserprobennahme werden nur allgemeine Anforderungen an die Dokumentation formuliert. Im übrigen wird auf vorhandene Normen und DVWK-Regeln verwiesen.

Die Ergebnisse von Analysen der Bodenluft sind in besonderem Maße vom gewählten Probennahmeverfahren abhängig. Um dies einzugrenzen, werden eine Reihe allgemeiner Anforderungen und technischer Voraussetzungen formuliert. Auch hier wird die besondere Bedeutung einer umfassenden Dokumentation hervorgehoben.

Im Kapitel „Probenvorbehandlung“ wird ausführlich der Weg von der entnommenen Feldprobe zur schließlich analysierten Laborprobe beschrieben, um ein möglichst einheitliches Vorgehen zu erreichen und damit eine Vergleichbarkeit der Analysenergebnisse. Die für eine chemische Laboranalyse auf verschiedene Parameter benötigten Bodenmengen werden in einer Tabelle aufgelistet.

Es folgt eine tabellarische Aufzählung der im Anerkennungsverfahren zugelassenen Untersuchungsmethoden für die bei Altlastenuntersuchungen üblicherweise analysierten Parameter mit Angaben zu Probenvorbereitung und Anwendungsgrenzen sowie im Anhang eine Liste zu berücksichtigender Normen, Richtlinien und Arbeitsanleitungen.

Insgesamt betrachtet werden mit den „Anforderungen ...“ keine neuen Maßstäbe gesetzt. Es wird lediglich das festgeschrieben, was verantwortungsbewußte Laborleiter und Gutachter schon immer gefordert und getan haben, das was heute Stand der Technik und der Wissenschaft ist. Lediglich dort, wo es zu viele verschiedene Möglichkeiten der Vorgehensweise gibt, um noch eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse zuzulassen, wird eine methodische Auswahl vorgeschrieben. Daß der Stand der Praxis, also das, was täglich durchgeführt wird, z. T. weit hinter diesen Anforderungen zurückbleibt, ist eine Folge fehlenden Verantwortungsbewußtseins bei denen, die sich dort, wo Leistungswettbewerbe gefordert waren und sind, auf unzulässige Preiswettbewerbe eingelassen haben. Den Folgen davon, massenweise produzierten Meßergebnissen, die nicht als Grundlage einer Entscheidung geeignet sind, entgegenzuwirken, ist die Hauptaufgabe des Anerkennungsverfahrens der OFD/BAM.

Die „Anforderungen ...“ dienen nicht nur den Fachbegutachtern im Anerkennungsverfahren als Bewertungsmaßstab, sie werden gleichzeitig bei allen Aufträgen zur Untersuchung von kontaminationsverdächtigen Flächen auf Bundesliegenschaften als Vertragsbestandteil vereinbart, so daß sie vom jeweiligen Auftragnehmer verbindlich berücksichtigt werden müssen. Sie werden nach Bedarf fortgeschrieben und ergänzt. Die derzeit gültige Fassung datiert vom Februar 1997 (ergänzt Juni 1998) und kann bezogen werden über:

Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)

S.4 „Qualität im Prüfwesen“

Unter den Eichen 87

12205 Berlin

 

 

Aktuelle Ergänzung:

Eine Überarbeitung und Anpassung an die Vorgaben der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) findet zur Zeit bei der BAM statt.

 

     Seitenbeginn       Aktuelles     Anerkennung     Pressearchiv